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Werden Verbraucher von Bio-Imkern getäuscht?

Geschrieben von Jan-Dirk Bunsen.

Ökotest 11/16Das zumindestens läßt der Deutsche Imkerbund DIB durch seine Pressesprecherin in der aktuellen Ausgabe von Ökotest im Zusammenhang mit der Überprüfung von 8 Honigen behaupten.

Richtig ist jedoch, dass Bio-Imker in Deutschland durch ihre Betriebsweise eine bestmögliche Honigqualität erzeugen.

Bio-Imker sind Idealisten, welche zu diesem Zweck erhebliche Bewirtschaftungserschwernisse in Kauf nehmen. Bio-Imker greifen im Kampf gegen die Varroamilbe nur auf eine kleine Auswahl organischer Säuren zurück. Die Behandlung gegen diesen Parasiten mit diesen Mitteln verlangt großes Fingerspitzengefühl und einen hohen Arbeitseinsatz. Dies gilt auch für biotechnische Methoden der Varroakämpfung, welche zunehmend in Bio-Imkereien Anwendung finden. Dadurch werden bedenkliche Rückstände aus Medikamenten vermieden.

Ein eigener Wachskreislauf beugt der Einschleppung von Schadstoffen und künstlichen Wachsen in Waben und Honig vor. Dies erweist sich vor dem Hintergrund aktueller Wachsskandale durch Verfälschungen als zukunftsweisend.

Die Winterfütterung ausschließlich mit Zucker aus ökologischer Landwirtschaft fördert eine saubere Umwelt für Mensch und Tier. Mit der Ausweitung des ökologischen Landbaus sinkt auch das Risiko, dass Bienenprodukte kontaminiert werden.
Die auferlegten Richtlinien werden von unabhängigen Kontrollstellen auf ihre Einhaltung hin überprüft.

Trotz all dieser Bemühungen ist ein Eintrag von Schadstoffen in den Honig aus konventioneller Landwirtschaft nicht immer zu vermeiden. Der Flugradius und das Sammelareal der Bienen sind so groß, dass es sich nicht auf Naturflächen und ökologisch bewirtschaftete Flächen begrenzen lässt. Gespräche und Vereinbarungen zwischen Imkern und Landwirten über die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln haben nur eine eingeschränkte Wirkung.

In der Regel liegen die Schadstoffgehalte, wenn überhaupt vorhanden, unterhalb der gesetzlichen Höchstmengen, welche für Honige aller Herkünfte gelten.

Trotz dieser Einschränkungen lohnt es sich, ökologisch zu imkern, um bestmögliche Bienenprodukte zu erzeugen.

Vor diesem Hintergrund ist es unerträglich, wenn ein Imkerverband, zu dessen Mitgliedern auch kontrolliert ökologisch wirtschaftende Imker gehören, diesen Erzeugern in den Rücken fällt, indem er ihnen Verbrauchertäuschung vorwirft. Der DIB hat den Anspruch, Vertreter aller Imker zu sein und erhebt von allen Mitgliedern Werbekostenbeiträge.

Jedoch ist der Deutsche Imkerbund als Vertretung der Imker nicht alternativlos. Jeder Imker sollte kritisch überlegen, wo seine Interessen am besten vertreten werden.

BunsenDr. Jan-Dirk Bunsen
Bio-Imker &
Vorstandsmitglied im Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbund DBIB
Jan Dirk Bunsen

AG Süd
OT Horterhof 24
67699 Heiligenmoschel
Fon (06301) 300-672
Fax (06301) 300673
jan-dirk.bunsen@berufsimker.de

 

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Großimkertage Celle 2017

Geschrieben von Administrator.

Verlegung der Soltauer Großimkertage 2017
zur Congress Union in die Stadt Celle!

Einladung zu den Norddeutschen Großimkertagen Celle

Im Januar 2017 kehren die Berufsimker (nach vielen Jahren in Soltau) erstmals in Celle ein, um die Norddeutschen Großimkertage zu veranstalten. An zwei Tagen bieten wir Ihnen wieder ein reichhaltiges Programm aus Fachvorträgen, Workshops, Betriebsvorstellungen und Informationen. In der angeschlossenen Fachausstellung und Verkaufsmesse, welche sich gegenüber den Vorjahren von der Fläche und Ausstellerzahl deutlich vergrößert hat, findet man ein großes Angebot an Betriebsmitteln, Imkereigeräten, Materialen und Imkereiprodukten. PKW Parkplätze finden sich im Parkhaus direkt unter dem Veranstaltungszentrum und einem weiteren Parkhäusern in kurzer fußläufiger Entfernung (5 Min). Über die ganze Veranstaltung hinweg wird vom Küchen Team der Congress Union ein Catering zu fairen Preisen angeboten.

Bis auf die Jahreshauptversammlung
ist die komplette Veranstaltung für jeden Interessierten geöffnet!

Am Samstag bitten wir unsere Mitglieder zur Jahreshauptversammlung des DBIB e.V., an der man nur als Mitglied teilnehmen kann. Bitte vergessen Sie Ihren Mitgliedsausweis nicht. Die große Fachausstellung freut sich in den zwei Stunden der JHV selbstverständlich über alle anderen Besucher der Veranstaltung.

Samstag, 21. Januar und Sonntag, 22. Januar 2017

Eintritt Samstag und Sonntag: einmalig für beide Tage 10,00 €
Eintritt für DBIB Mitglieder frei (Mitgliedsausweis nicht vergessen)

Samstag, 21. Januar 2017 – Congress Union Celle · Thaerplatz 1 · 29221 Celle

10:00 Uhr    Öffnung Fachausstellung/Verkaufsmesse

10:00 Uhr    Workshop: „Selbstgebautes im Imkereibetrieb“
bis ca. 13:00 Uhr
                  Moderierter Erfahrungsaustausch der Workshop Teilnehmer, aus der Praxis für die Praxis.
                  inkl. Kaffee, Softdrinks und kleinem Frühstückssnack
                  Kostenbeitrag: 10,-€ DBIB – Mitglied / 60,-€ Nicht DBIB - Mitglied

Um Anmeldung bei der Geschäftsstelle per Email wird ausdrücklich gebeten (verwaltung@berufsimker.de),
Vorauszahlung erforderlich.

14:00 Uhr    Jahreshauptversammlung 2017
                      Eintritt nur für DBIB Mitglieder

16:00 Uhr    Vortrag: „Betriebsversicherung – Update 2017“
                      Referent: Arno Martinsen, Gaede & Glauerdt, Hamburg

16:30 Uhr    Produktvorstellung OXUVAR 5,7%, Andermatt BioVet AG, Referent: Marc Kalmbach                                                                                              


16:45 Uhr    Betriebsvorstellung: Imkerei Jansen

17:30 Uhr    Betriebsvorstellung: Imkerei Heide

18:15 Uhr    Betriebsvorstellung: Blütenmeerimkerei Kromer


Sonntag    22. Januar 2017 – Congress Union Celle · Thaerplatz 1 · 29221 Celle

09:00 Uhr    Öffnung Fachausstellung/Verkaufsmesse

09:00 Uhr    Begrüßung

09:15 Uhr    Vortrag: „Molekularbiologischer AFB-Nachweis – Anwendung und Nutzen“
                    Referent: Hannes Beims, Laves Institut für Bienenkunde Celle

10:15 Uhr    Grußworte

10:30 Uhr    Vortrag: „Durchwachsene Silphie im Aussaatverfahren – Ein Ausblick nach dem Durchbruch in die Zukunft“
                    Referent: Michael Dickeduisberg, LWK NRW

11:15 Uhr    Vortrag: „Bienenwachsverfälschung – Wo stehen wir aktuell ?“
                    Referent: Dr. Ingo Scholz, Labor Ceralyse Celle

12:00 Uhr bis 13:00 Uhr Mittagspause

13:00 Uhr    Vortrag: „Ueberwinterung von Bienenvölkern im Kühlraum“
                    Referent: Meinrad Leiter

13:45 Uhr    Vortrag: „Vorstellung Buckfast VSH-Zuchtprojekt“                               
                    Referent: Stefan Luff

14:45 Uhr    Vortrag: „Wieviel Technik braucht eine Imkerei?“                           
                    Referent: angefragt

Ende gegen 15:30 Uhr

Große Imker-Fachausstellung in der Congress Union Celle --- Thaerplatz 1 --- 29221 Celle
Samstag: 10 – 18 Uhr
Sonntag: 9 – 17 Uhr

Programmänderungen vorbehalten!


 

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ACHTUNG! Problematische Mittelwände im Umlauf!

Geschrieben von Administrator.

Mittelwände einkaufen auf ist Vertrauenssache. Man gibt sein gutes Wachs im Tausch gegen Wachs von anderen Imkereien. Beide Seiten, Imker wie auch Umarbeiter, können nach den derzeitigen Bestimmungen ohne weiteres auch schummeln. Denn der Begriff Bienenwachs lässt von Seiten des Gesetzgebers sehr viel Interpretationsspielraum.
Wenn jedoch die Mittelwände für Bienen bzw. die Brut toxisch sind, oder man gar vollsynthetisches Wachs als Eigenwachs-Umtausch zurück bekommt, dann ist das mehr als nur Betrug! Das Vertrauen in einen funktionierenden Markt ist dahin!

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Hier sieht man die extremen Propolis-Ablagerungen
(c) Markus Bärmann

In letzter Zeit häufen sich die Meldungen um gepanschte oder giftige Mittelwände. Meist wird in dem Zusammenhang von sehr lückenhaften Brutnestern berichtet, in Verbindung mit extrem ausgebildeten Propolisanlagerungen an den Zellrändern. Oder von Waben, welche ohne ersichtlichen Grund abrutschen (vor allem bei senkrecht gedrahteten Waben).

Wenn Sie oder Bekannte von Ihnen auch Opfer dieser Betrügereien wurden, bitten wir Sie, zum Einen umgehend Anzeige bei der Polizei zu stellen und sich zum Anderen bei wachsprobleme@online.de zu melden, damit wir die Infos bündeln und die bereits ermittelnde Staatsanwaltschaft unterstützen können. Die Betrügereien erstrecken sich nach unserem Kenntnisstand über große Teile Europas.

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Der Zellboden ist nicht wie üblich ein Sechseck, sondern sehr rund ausgebildet, so wie es sonst nur bei Königinnenzellen der Fall ist
(c) Markus Bärmann

Helfen Sie also mit, mehr Klarheit in diese Sache zu bekommen und teilen Sie diese Info auch anderen mit!

Der Vorstand

 

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Maximaler Rückstandsgehalt für Thiacloprid in Bienenprodukten abgesenkt und wieder angehoben

Geschrieben von Walter Haefeker.

Zulassung geändert - Anwendungen in Blütezeit weiterhin eingeschränkt.

Die EU-Kommission hat im Juli 2015 die Verordnung 2015/1200 hinsichtlich der Höchstgehalte an Rückständen von Amidosulfuron, Fenhexamid, Kresoximmethyl, Thia­cloprid und Trifloxystrobin in oder auf bestimmten Erzeugnissen erlas­sen. Darin sind auch die Werte für Thiacloprid in Honig und sonstigen Imkereierzeugnissen neu festgesetzt. Der neue Wert von 0,05 mg/kg gilt ab 12. Februar 2016. Bisher lag der MRL (Maximum Residue Level) bei 0,2 mg/kg.
Thiacloprid ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Neonicotinoide, der häufig im Rapsanbau eingesetzt wird und zu entsprechenden Rückstän­den in Bienenprodukten führt. Nach unseren Erkenntnissen könnten in Rapsanbauregionen mehr als 10% der Honige nicht mehr verkehrsfä­hig sein. In anderen Gebieten und anderen Honigsorten wären immer­hin ca. 4% von der Änderung betrof­fen. Der neue niedrigere MRL gilt nicht nur für Honig, sondern auch „sonstige Imkereierzeugnisse“, z. B.Blütenpollen. Ob bei einer Charge der MRL tatsächlich eingehalten wird und das Produkt damit noch verkehrsfähig ist, kann nur eine Analyse ermittelt werden.
In den letzten Monaten haben wir mit allen erdenklichen Wegen ver­sucht herauszubekommen, wie es zur Absenkung des MRLs gekom­men ist und wie die Behörden damit umgehen werden. Dazu muss man verstehen, wie das Verfahren zur Festlegung eines Grenzwertes in der EU funktioniert.
Wenn von niemandem eine An­wendung angemeldet wird, wird automatisch die offizielle Bestim­mungsgrenze (LoQ) als Grenzwert festgelegt, welche in diesem Fall bei 0,05 mg/kg liegt.
EU thiaclopridWird jedoch eine Anwendung ge­meldet, dann wird der Grenzwert auf den „Worst Case“ gesetzt, der bei einer Anwendung nach der guten fachlichen Praxis vorkommen kann.
Zur Absenkung des MRLs beim Honig kam es, weil vom Hersteller (Bayer) und den zuständigen Be­hörden (UK und DE) nur eine An­wendung von Thiacloprid für Raps angemeldet wurde, aber keine für Honig.
Nun bemühen sich Hersteller und dienstleistende Behörden, diese „Panne“ zu korrigieren. Die EFSA ist in der EU für die Risikobewer­tung zuständig und bestätigte unsauf Anfrage, dass das deutsche Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) schon im Juni letzten Jahres einen Antrag zur Erhöhung des MRLs von Thiacloprid bei der EFSA ge­stellt hatte.
Am 1. März veröffentlichte die EFSA dann einen Bewertung nach welcher bei den vorgeschlagenen MRLs von 0,15 oder 0.2 mg/kg keine Gesundheitsrisiken für den Verbraucher zu erwarten seinen.
Damit könnte die EU-Kommission nun den alten Wert als neuen Wert festlegen. Dazu sind aber Bera­tungen mit den Mitgliedsstaaten erforderlich. Das Thema stand auf der Tagesordnung des zuständi­gen Ständigen Ausschusses PAFF (Standing Committee on Plants,Animals, Food and Feed) für den 22. und 23. März. Im Vorfeld wurde bekannt dass Frankreich sich gegen die erneute Veränderung des MRLs aussprechen würde. 

In der aktuellen Ausgabe von DBIBnews haben wir für unsere Mitglieder die Positionierung des DBIB zum neuen Rückstandshöchstwert für Thiacloprid in Bienenprodukten dargestellt. In der Zwischenzeit haben wir intensiv an dem Thema weiter gearbeitet und es gibt wichtige zusätzliche Informationen, die bei Redaktionsschluss von DBIBnews noch nicht vorlagen. 

Inzwischen wissen wir, dass die Sitzung des PAFF Ausschusses der EU-Mitgliedsstaaten, wo diskutiert werden sollte, ob der MRL auf den alten Wert von 0,2 mg/kg zurückgesetzt werden würde, wegen der Terroranschläge in Brüssel nicht statt fand.

Für den 13. und 14. April wurde dieser Punkt erneut auf die Tagesordnung gesetzt und abgestimmt. Nach inoffiziellen Quellen hat Frankreich sich mit seinen Argumenten für eine Beibehaltung des aktuell geltenden Wertes von 0,05 mg/kg nicht durchgesetzt. Nur Frankreich und Slowenien haben sich der Stimme enthalten. Alle anderen Mitgliedstaaten stimmten für den deutschen Vorschlag. Da zuvor die Zeit für eine Änderung vor Beginn der Anbausaison abgelaufen war, hatte das  Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) seinen Plan B aktiviert bei zwei Pflanzenschutzmitteln mit dem Wirkstoff Thiacloprid die Zulassung so geändert, dass in bestimmten Kulturen die Anwendung in der Blütezeit nicht mehr zulässig ist. Wir hatten dieses Vorgehen des BVL ausdrücklich begrüßt. Anbei finden Sie die vollständige Mitteilung der Behörde zu dieser Entscheidung.

Aktuell gilt der Rückstandshöchstgehalt von 0,05 mg/kg Thiacloprid in Honig. Der gerade in Brüssel verabschiedete Wert soll am Tag nach der Veröffentlichung der Verordnung in Kraft treten. Bis dahin werden noch etwa 3 Monate vergehen. Der Text muss nach der Übersetzung in die Amtssprachen noch zwei Monate bei Rat und Parlament liegen. Die Einschränkungen bleiben bis dahin bestehen, damit die Imker wir kein Problem mit der Vermarktung der Frühtracht haben werden. Das BVL wird erst nach der offiziellen Veröffentlichung des neuen / alten MRLs entsprechend reagieren.

Wie in bereits ausgeführt, haben wir uns aus der Debatte um den richtigen Wert bewusst herausgehalten und uns in den letzen Monaten darauf konzentriert, für Maßnahmen zu werben, die nicht nur auf dem Papier etwas ändern. Die nun verfügte Änderung der Zulassung ist geeignet, die Belastung von Mensch und Biene durch Thiacloprid tatsächlich zu verringern, anstatt nur den Grenzwert an den „Worst Case“ der bestehenden Praxis anzupassen.

Welche Strategie hat der DBIB in den letzten Monaten gefahren?

oekotestWegen der Auswirkungen auf die Bienengesundheit und Bienenpro­dukte steht Thiacloprid ohnehin schon lange im Rampenlicht (Siehe Titelseite von Ökotest vom November 2014). Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutsch­land (BUND) hatte im vergangenen Jahr seinen Rechtsstreit gegen die Bayer CropScience gewonnen und darf ohne Einschränkung behaup­ten dass zwei von Bayer hergestellte Thiacloprid-Produkte für Bienen gefährlich sind. Aus bestimmten Kreisen wurde das MRL-Problem so dargestellt, als hätten sich die Imker dies mit ihrer Anti-Pestizidkampagne selbst eingebrockt. Das ist natürlich voll­kommener Unsinn, denn bei diesem Wert geht es um Verbraucherschutz und nicht um den Bienenschutz.
Über die Wirkung von Pestiziden auf unsere Bienen können wir eini­ges sagen. Eine humantoxikologische Bewer­tung eines Risikos für die mensch­liche Gesundheit zur Festlegung eines MRLs gehört jedoch nicht zu unserer Kernkompetenz. Dementsprechend haben wir uns aus der Debatte um den richtigen Wert bewusst herausgehalten und uns da­rauf konzentriert, für Maßnahmen zu werben, die nicht nur auf dem Papier etwas ändern. In jedem Fall erscheint es uns sinn­voll, die Belastung von Mensch und Biene durch Thiacloprid zu verrin­gern.
Dies kann entweder durch ein Ver­bot oder wenigstens durch strengere Auflagen bei der Anwendung ge­schehen.
Schon bevor der neue Grenzwert bekannt wurde, hatten wir uns für den möglichst breiten Einsatz der DropLeg Düsen eingesetzt. Minister Schmidt hatte sich schon 2013 mit den DropLegs gebrüstet und als großer Bienenfreund dar­gestellt. Das Problem ist allerdings,dass wir seitdem ständig Ausreden zu hören bekommen, warum das bisher noch nicht geschehen ist. Angeblich seien die Droplegdüsen noch nicht zugelassen. Dies müsse über das JKI noch geschehen. Auch seinen die Düsen zu teuer und ein zusätzlicher Arbeitsaufwand.
Wir haben uns in einer Telefon­konferenz mit dem Hersteller der DropLeg-Düsen noch einmal genau über Zulassung und Verfügbarkeit dieser Technik informiert.
Dabei hat sich herausgestellt, dass es bei der noch ausstehenden Zulassung der Droplegs nur um den Nachweis einer Verminderung der Abdrift geht, weil dann die Abstände zu Gewässern reduziert werden könn­ten. Bei Einhaltung der gleichen Abstände wie bei konventioneller Spritztechnik dürfen die Droplegs aber schon heute eingesetzt werden und es gibt auch schon Landwirte,die das schon tun. Da sind sogar Lohnunternehmer dabei, die große Flächen behandeln. Es gibt keinen Grund die Düsen nicht einzusetzen. Wir haben erreicht, dass der Hersteller die Verantwortlichen beim BVL noch einmal direkt über den Sachstand informiert hat (Siehe PDF unten). Allerdings sind diese Düsen keine Wunderwaffe und können nur Teil eines Maßnah­menpaketes sein zur Reduzierung von Thiacloprid in Umwelt und Nahrungsmittel sein.

Klar ist, dass irgendwelche Versuche interessierter Kreise, die Landwirte nun gegen die Imker aufzuhetzen, um vom Eigentor beim Festlegen des MRLs abzulenken, jeglicher Grundlage entbehren.

Wir werden unsere Mitglieder über die weitere Entwicklung informieren.

Walter Haefeker

 

 

Zitate aus Donaueschingen 2016

maske-redePeter Maske (DIB)
"Auf die Leistungen der Landwirtschaft für den Naturschutz müssen zukünftig die Subventionen ausgerichtet werden."
ebner redeHarald Ebner (MdB)
"Für eine bienenfreundliche Landwirtschaft braucht es den Ausstieg aus den Neonicotinoiden und ganz dringend einen wirksamen Masterplan für eine deutliche Pestizidreduktion."

 

"Rasch im Fluge die Freud' umarmen, leise
nur den Mund ihr berühren, wie die Biene
Nektarblumen berührt, o Freund, versetzt uns
unter die Götter."

Friedrich von Matthisson, 1761 - 1831