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EU will Gentechnik im Honig verbergen

Geschrieben von Imkermeister Klaus Ahrens.

Stellungnahme der europäischen und deutschen Imkerverbände

 

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Pressemitteilung vom 16.1.2014

Das EU-Parlament hat am 15. Januar einer von der Kommission vorgeschlagenen Änderung der Honigrichtlinie zugestimmt. Das könnte zur Folge haben, dass Verbraucher in Zukunft nicht mehr erfahren, ob Honig Pollen oder Nektar von gentechnisch veränderten Pflanzen enthält. Der Beschluss erfolgte gegen das Votum des EU Ausschusses für Umwelt- und Lebensmittelsicherheit und trotz der Proteste der europäischen und deutschen Imkerverbände. „Die Revision der Honigrichtlinie stellt sicher, dass der Honig endlich aus der Gentechnik-Diskussion herausgehalten werden kann“, so Herbert Reul MdEP, Vorsitzender der CDU/CSU-Gruppe im Europäischen Parlament in einem Schreiben an Thomas Radetzki, Vorstand des ökologischen Imkerverbandes Mellifera, der den Beschluss anders bewertet:

„Diese Entscheidung dient der Gentechniklobby, nimmt Verbrauchern die Wahlfreiheit beim Einkauf von Honig und will die Imker im Kampf gegen die Gentechnik wehrlos machen.“ Der Europäische Gerichtshof hatte die Rechte der Verbraucher und Imker in dieser Frage im September 2011 grundlegend gestärkt.

„Die ganze Regulierung von gentechnisch veränderten Pflanzen (GVO) in Europa basiert auf der Feststellung, dass sie nicht natürlichen Ursprungs sind“, erklärte Walter Haefeker, Präsident des Europäischen Berufsimkerverbandes (EPBA) „und nun hat das EU Parlament GVO-Pollen als natürlichen Bestandteil von Honig eingestuft.“

Der vom EU-Parlament heute abgesegnete Vorschlag stammt ausgerechnet von der Generaldirektion der Kommission, deren Aufgabe eigentlich der Verbraucherschutz sein sollte. Nach den Vorstellungen der Kommission wird beispielsweise ein Rapshonig aus Kanada nicht gekennzeichnet werden müssen, selbst wenn dieser ausschließlich von Feldern mit reinem GVO-Raps stammt.
„Wir erkennen die Vorbehalte des Großteils der Bevölkerung gegenüber der grünen Gentechnik an,“ so schrieben es die Koalitionäre kürzlich noch in ihren neuen Vertrag. So verwundert es nicht, dass Peter Maske, Präsident des Deutschen Imkerbundes (DIB), nun von der deutschen Bundesregierung, bzw. vom neuen Landwirtschaftsminister Friedrich, fordert diese Entwicklung im Europäischen Rat zu stoppen.

„Vor der Wahl haben sich CSU und SPD klar gegen einen Anbau von GVO in Deutschland positioniert. Wir erwarten entsprechende Konsequenzen! Deutschland kann einen eigenen Kurs innerhalb der EU fahren und Verbraucher, Landwirte und Imker schützen.“

Um das Vertrauen der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher unter diesen Umständen nicht zu verlieren, empfehlen die deutschen Imkerverbände ihren Mitgliedern ab sofort Honig mit dem Label „Ohne Gentechnik“ zu versehen. Das vorbildliche deutsche Standortregister für den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen macht den deutschen Imkern eine Kontrolle über ihren Honig möglich. Das offizielle Label ist bereits bei anderen von der GVO-Kennzeichnung ausgenommenen Produkten wie Milch, Eiern und Fleisch in Verwendung. So wollen sich deutsche Imker gegenüber unsicherer Importware abgrenzen. Die deutschen Imkerverbände wollen ihre Mitglieder und Kunden vor der anstehenden Europawahl die Namen der deutschen EU-Parlamentarier nennen, welche die gestrige Entscheidung herbeigeführt haben. „Unsere Rechte auf Wahlfreiheit und Koexistenz werden sich nur dann gegen den Druck der Gentechnikindustrie verteidigen lassen, wenn sich die Zusammensetzung des Europäischen Parlaments deutlich verändert“, so Imkermeister Günter Friedmann, Sprecher der Demeter Imker in Deutschland.

Ansprechpartner für die Presse:


Peter Maske, Präsident
Deutscher Imkerbund
Villiper Hauptstr., 53343 Wachtberg/Villip, www.deutscherimkerbund.de
0171-8771935

Manfred Hederer, Präsident
Deutscher Berufs- und Erwerbsimkerbund
Hofstattstr. 22a, 86919 Utting, www.berufsimker.de
0151-23038271

Thomas Radetzki,
Vertreter des Bündnis zum Schutz der Bienen vor Agro-Gentechnik, www.bienen-gentechnik.de
Vorstand Mellifera e.V.,
Fischermühle 7, 72348 Rosenfeld, www.mellifera.de
0171-3366569

Walter Haefeker, Präsident
European Professional Beekeepers Association
Tutzinger Str. 10, 82402 Seeshaupt, www.professional-beekeepers.eu
0151-58565444

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Zitat: "Imkerei darf nicht zu einer Gefährdung der Agro-Gentechnik werden"

Geschrieben von Administrator.

43. Süddeutsche Berufsimkertage Donaueschingen 2013Heute haben wir Thomas Radetzki von Mellifera e.V. den Goldenen Stachel für seinen unermüdlichen Einsatz gegen die Agro-Gentechnik im Rahmen von Aktionen und Gerichtsverhandlungen verliehen. Herzlichen Glückwunsch!

Zitat aus der Rede von Thomas Radetzki zum aktuellen Urteil zur Agro-Gentechnik des Verwaltungsgerichts Leipzig: "Die Bundesregierung hat schriftlich im Gerichtsverfahren artikuliert, daß nicht erwünscht ist, daß die Imkerei zu einer Gefährdung für die Agro-Gentechnik wird!"

Dies ist unserer Ansicht nach eine unglaubliche Umkehrung der Tatsachen und sollte möglichst weit verbreitet werden.

 

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Aktuelles von den 43. Süddeutschen Berufsimkertagen

Geschrieben von Administrator.

43. Süddeutsche Berufsimkertage Donaueschingen 2013Am Donnerstag morgen haben wie jedes Jahr die Süddeutschen Berufsimkertage traditionell mit der Vorstandssitzung begonnen. Hier haben wir die Gelegenheit, dass der Vorstand mit möglichst vielen Landesgeschäftsführern zusammenkommen können.

43. Süddeutsche Berufsimkertage Donaueschingen 2013Am Freitag morgen hat das Ganztags-Seminar "Mobilität bringt Honigertrag - Wander-, Verlade und Hebetechnik für Klein- und Großbetriebe" begonnen und ist gut besucht. Am Vormittag findet der theoretische Teil statt, darunter Referate über Muskel- und Skeletterkrankungen, Prävention für rückenschonendes Imkern sowie Ladungssicherheit. Am Nachmittag folgt dann der praktische Teil, bei dem verschiedene Geräte "in die Hand genommen" werden können, darunter Easyloader, Avant Tecno Geländestapler, Apilift, Verladekräne und manuelle Geländekarren.

43. Süddeutsche Berufsimkertage Donaueschingen 2013Währenddessen entsteht die große Imkerei-Fachausstellung in den Donauhallen, die heute ab 14 Uhr bis Sonntag 16:30 geöffnet hat. Viele Aussteller sind ganz fleissig, um die Ausstellung wieder so umfangreich und reichhaltig zu gestalten, für die sie bekannt ist.

Auf unserer facebook-Seite berichten wir immer aktuell und live von den jeweiligen Veranstaltungsangeboten. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

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Deutsche Imkerverbände: Imkerverbände begrüßen es, dass die Bundesregierung sich in Brüssel für ein Verbot der Neonicotinoide ausgesprochen hat

Geschrieben von Manfred Hederer.

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Heute fand eine wichtige Weichenstellung für Bienen und Umweltschutz in der Europäischen Union statt. Nach langem Tauziehen konnte die EU-Kommission ihren Vorschlag durchsetzen bienengefährliche Anwendungen von Insektiziden aus der Wirkstoffgruppe der Neonikotinoide zu verbieten.

Die Zustimmung der  Bundesregierung ist ein klares Signal, dass die Kommission die richtigen Konsequenzen aus der Risikobewertung durch die European Food Safety Authority (EFSA) vorgeschlagen hat.

Wir danken Frau Aigner und Herrn Altmaier ausdrücklich für ihre Berücksichtigung der ,von der Imkerschaft nachdrücklich vorgetragenen, Sachargumente.

„Auch wenn die heute beschlossenen Regelungen erst im nächsten Jahr wirklich greifen werden, wurde heute für die Bienen eine positive Wende eingeleitet“, sagte Peter Maske, Präsident des Deutschen Imkerbundes. „Dies betone ich auch deshalb, weil neue Pflanzenschutzmittel nach der Erfahrung mit den Neonikotinoiden nun deutlich sorgfältiger vor der Zulassung geprüft werden sollen.“

„Uns ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass zu den Alternativen, die nach dem Verbot bestimmter Neonicotinoidanwendungen zum Einsatz kommen könnten, nicht nur andere Insektizide sondern auch andere Anbauverfahren (Fruchtfolge) und andere Kulturen (z.B. Blühpflanzen für Biogas) gehören“, sagte Manfred Hederer, Präsident des Deutschen Berufs und Erwerbsimkerbundes.
 
„Die Landwirtschaft wird sich in einigen extremen Betriebsweisen anpassen müssen. Dadurch, dass nun eine EU weite Regelung umgesetzt wird, gilt dies aber für alle Landwirte in der EU“, sagte Walter Haefeker, Präsident des Europäischen Berufsimkerverbandes. „Weil ein Teil dieser Maßnahmen in Deutschland bereits 2009 getroffen wurden, ist die heutige Entscheidung auch für die deutschen Landwirte von Vorteil, weil die Konkurrenz in den Europäischen Nachbarländern jetzt keinen Wettbewerbsvorteil durch geringere Auflagen Bienenschutz mehr haben wird. Wir erwarten auch, dass die USA und Kanada jetzt dem Beispiel der EU folgen müssen.“

An diesem Beispiel hat sich gezeigt, daß die Biene einer der wichtigsten Umweltindikatoren ist.
So ist auch das intensive Engagement der Umweltverbände BUND, Greenpeace und PAN bei diesem Thema zu erklären, für das die Imkerverbände ganz besonders dankbar sind. Die Notwendigkeit eines verbesserten Bienenschutzes wurde auch von Bauernverbänden wie dem  Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) anerkannt. Was für die Bienen gut ist, ist auch für die bäuerlichen Familienbetriebe gut.
Die breite Unterstützung aus der Bevölkerung konnte durch Online-Petitionen von Avaaz und Change.org zum Ausdruck gebracht werden. 2,6 Millionen Bürger unterschrieben bei AVAAZ, eine halbe Million bei Change.org, denn vielen Menschen ist klar, dass Bienenschutz gleichzeitig auch Hummelschutz, Vogelschutz und Gewässerschutz bedeutet.

Deutscher Imkerbund e.V., Wachtberg
Deutscher Berufs und Erwerbsimkerbund e.V., Utting
Bundesfachausschuss Imkerei, Bioland, Scheyern
Bundesfachgruppe Demeter Bienenhaltung, Steinheim
Mellifera e.V., Rosenfeld
Gemeinschaft der europäischen Buckfastimker, Nanzdietschweiler
European Professional Beekeepes Association, Seeshaupt

 

Zitate aus Donaueschingen 2016

maske-redePeter Maske (DIB)
"Auf die Leistungen der Landwirtschaft für den Naturschutz müssen zukünftig die Subventionen ausgerichtet werden."
ebner redeHarald Ebner (MdB)
"Für eine bienenfreundliche Landwirtschaft braucht es den Ausstieg aus den Neonicotinoiden und ganz dringend einen wirksamen Masterplan für eine deutliche Pestizidreduktion."

 

"Rasch im Fluge die Freud' umarmen, leise
nur den Mund ihr berühren, wie die Biene
Nektarblumen berührt, o Freund, versetzt uns
unter die Götter."

Friedrich von Matthisson, 1761 - 1831